Griechenland 2005

Abfahrt 26. August 2005

Rückkehr 25. September 2005

Dieses Jahr mussten wir krankheitsbedingt, meinerseits, nach den großen Ferien fahren. Eigentlich ziehen wir den Frühling in Griechenland vor, da es aber nicht sein sollte, wird´s wohl ein Badeurlaub werden. Ein paar Besichtigungen hatte ich aber trotzdem geplant, aber dazu später.

Pünktlich am Freitag den 26.August ging´s von zuhause aus los, die Fähre läuft am Samstag 14:00 in Venedig pünktlich wie immer aus. Also war etwas Eile angesagt. Anfängliche Kopfschmerzen bereiteten mir Garmisch-Partenkirchen, waren doch die gesamte B2 ab Autobahnende 2 Tage vorher noch wegen Hochwasser gesperrt. Die Nordlichter würden sagen " Land unter ". Bis wir dann am Freitag über den Ettalerberg die B2 erreichten, ließen nur noch überschwemmte Wiesen rechts und links der Straße ahnen, dass hier wohl Tage vorher ein Durchkommen unmöglich war. Zu unserem Glück ging’s aber wieder problemlos. Auch der Umstand, dass sich der Verkehr in Grenzen hielt war es zu verdanken, dass wir unser erstes Übernachtungsziel, Verona der Camping "Romeo und Julia" so ca. um 20:00 erreichten.

Nach einer ruhigen Nacht, von fernem Gewittergrollen mal abgesehen, machten wir uns am anderen Morgen auf, um die restlichen Kilometer bis Venedig auf der Autobahn herunter zu spulen. Was ich natürlich nicht wusste, war, dass in der Nacht über Treviso mehr oder weniger ein Unwetter herunter ging, dessen Ausläufer uns dann in Höhe Padua erwischte. Was absolut hinderlich war, war die Tatsache, dass die Italiener am liebsten auf der Autobahn 3 spurig geparkt hätten um das Ende des Regens abzuwarten. So dauerte die Fahrt eine halbe Stunde länger als geplant. Zeit hatten wir doch noch genug um im Super Markt unser Geld los zu werden. Ein paar Sachen braucht man immer, einiges hatten wir einfach nicht mitgenommen.

Pünktlich um 12:00 reihten wir uns im Hafen in die Schlange der wartenden Urlauber ein. Ein für völlig neues Gefühl nicht die der Schlange von 5 WoMo´s zu stehen, sondern einer unter 50 oder mehr? zu sein. Es regnete immer noch in Strömen, erst kurz vor dem Verladen hörte der Regen auf.

 

zum Verladebeginn waren alle Spuren belegt

   
dafür die Fähre voll

Wie durch ein Wunder durften alle mitfahren, das Campingdeck war voll bis zum letzten Platz. Die LKW´s waren dafür etwas weniger.

Eigentlich sollte die Reise um 14:00 losgehen, aber nichts rührte sich. Der Lademeister lief unruhig vor dem Schiff auf und ab, nach einer halben Stunde kam ein Omnibus in den Hafen gefahren und gleich direkt aufs Schiff. Nun konnten wir doch wirklich losfahren. Was ich nicht erwartet hatte, war, dass das Schiff tatsächlich auf die sich verspätende Passagiere gewartet hatte.

Was nun folgte war einmal mehr die wunderbare Fahrt durch Venedig und eine absolut ruhige Überfahrt nach Igoumenitsa, das wir planmäßig am folgenden Tag mittags um 12:00 Ortszeit erreichten. Trotz der halbstündigen Verspätung bei der Abfahrt.

     
     

Nach dem Ausschiffen ging’s gleich weiter nach Ioannina, dem ersten Ziel unserer diesjährigen Rundreise. Von dort aus wollten wir die Tropfsteinhöhle in Perama besichtigen.

Der Eingang der Höhle liegt mitten im Dorf, Parkplatzprobleme hatten wir für unsere Fahrräder nicht. Anscheinend hatte wir genau die richtige Zeit erwischt, denn es begann gerade eine Führung, leider nur auf griechisch und englisch.

Die Führung dauerte gut 2 Stunden und zeigte uns eine recht bezaubernde Unterwelt mit allerlei Skulpturen und Monumenten aus tropfenden Kalk gewachsen.

     

 

   

Als wir die Höhle verließen waren wir ca. 10 Min. Fußmarsch außerhalb der Ortschaft angelangt. Von dort führt ein gut ausgebauter Plattenweg zurück zum Höhleneingang. Das laue Lüftchen vom Morgen hatte sich zwischenzeitlich in einen anständigen Wind, der an unser ausgefahren Markise zerrte, entwickelt. Zum Glück hatte ich sie gut abgespannt, so dass sie nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nachdem sich die Sonne auch lieber hinter Wolken versteckte hatte war auch kein Schattenspender mehr von Nöten.

An baden im See war auch nicht zu denken. Das Wasser hatte eine elegante grüne Färbung, der Geruch war aber noch in Ordnung, also noch nicht umgekippt, aber zum schwimmen wohl nicht mehr zu empfehlen.

Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Monodendri zur Vikos-Schucht. Laut "Schulz" geht’s da mächtig in die Berge, das ließ mich Schlimmes erwarten. Was uns aber bevor stand war eine gut ausgebaute Bergstraße mit einer etwas engen Ortsdurchfahrt, wie in Griechenland so üblich, also nicht weltbewegendes, wenn man mal von einer bezaubernden Bergwelt absieht. Nach Monodendri wurde aus der Teerdecke eine gut befahrbare Schotterpiste, die uns 7 km bis zum "Vikos-Balkon" begleitete.

Was uns dort erwartete kann man nur mit grandios beschreiben. Die vielen Berichte, die ich gelesen hatte, haben nicht übertrieben. Es ist einfach grandios in diese Schlucht zu schauen, deren Grund man nur mit dem Fernglas betrachten kann.

 

 

Zurück in Monodendri stellten wir unser WoMo am Ortseingang ab und begaben uns erstmal auf die Suche nach einer Taverne. Auf meine Frage bei dem Kellner warum er denn so akzentfrei deutsch spreche kam als Antwort: 20 Jahre in München, dort geboren und nun wohne er halt hier! Nach einem guten Essen zu einem akzeptablen Preis machten wir uns auf den Ort und die nähere Umgebung zu erkunden.

 

 

 

Von dem Weg, zu dem Kloster am Rande der Schlucht den Namen habe ich leider nicht mehr drauf, hatte ich mir etwas mehr versprochen. Dank der Bauleidenschaft der Griechen geht jetzt eine "Autobahn" dort hin. Nur am Ende des Weges, vor dem Tor mit Schiessscharten und wenn man durch das Selbe gekommen ist, lässt sich noch etwas von den vergangenen Zeiten erahnen. Vom Kloster aus ist der Blick in die Schlucht auch ebenso schwindelerregend wie weiter oben vom "Balkon" aus.

Da wir bewusst auf freies Übernachten verzichteten, fuhren wir wieder auf den Campingplatz nach Ioannina zurück. Der nächste Tag war als Reisetag geplant, über den Katara Pass zu den Meteora Klöstern. Diesmal nicht nach Kastrakie, zum Camping Varachos sondern auf den Camping Meteora Gaden. Wir wollten keine Besichtigungen machen sondern nur zum Übernachten bleiben. Unser eigentliches Ziel war der Camping Olympus Beach in Litòchoron.

 

Unterwegs ging’s dann wiedermal zum Einkaufen, Vorräte ergänzen. In Larissa probierten wir den Lidl aus, der zufällig direkt an der Strecke lag, dann ging’s weiter. Was auf der Fahrt auffiel war, dass immer wieder Putzkolonnen unterwegs waren und die Straßengräben zu säubern versuchten. Irgendwie hat mich dies schon etwas irritiert.

Mit irgendwas hatten wir oder jemand Anderes, Göttervater Zeus geärgert, denn er empfing uns mit Blitz und Donner, Regen war auch zur Genüge dabei. Die Bauern hat’s bestimmt gefreut.

Am Camping Olympus Beach war die Saison auch schon zu Ende. Er war bis auf eine Handvoll Griechen und ein paar Touristen leer. Was uns auffiel war die Reinlichkeit des Platzes. Es lag nichts herum, Piniennadeln wurden sofort weggekehrt und wenn Camper Steine auf den Platz liegen ließen wurden diese sofort unter einen Baum gelegt. Das Tollste sind aber die Aschenbecher die in regelmäßigen Abständen an Bäumen befestigt sind.

 

 

Der Strand ist leider das Gegenteil zum Platz. Der Unrat hätte sicher für weitere 20m Breite ausgereicht, leider. Das Wasser dort ist aber herrlich, so dass dem Badevergnügen nicht im Weg stand. Was uns aber Gott sei Dank nicht traf war der Lärm der zur Saison aus der Bar über den Platz dringt und das bis in die Morgenstunden, so wurde uns von wissenden Campern berichtet. Am Samstag holte ich mein Fahrrad aus der Garage und machte mich auf in die nächste Ortschaft zum Einkaufen. Ca. 6 km immer bergauf das ist ein gutes Training. Am Abend gab’s dann Schweinenacken Steaks satt.

 

Nach 3 Tagen packte uns das Reisefieber wieder und wir machten uns am nächsten Vormittag auf in Richtung Peloponnes. Als Tagesziel war Itéa unterhalb Delphi angedacht. Dank der Autobahn und dem Umstand, dass uns diesmal kein Düsenjäger Aug in Aug auf der Passstraße entgegen kam, waren wir frühzeitig auf dem Camping Ayannis in Kirra. Es ist ein einfacher Platz, liegt aber direkt über dem Golf. Das Wasser ist über eine Steintreppe erreichbar, die Sanitäreinrichtungen sind einfach aber sauber. Der Platz ist einfach ideal für 1 oder 2 Übernachtungen um Entfernungen zu überbrücken. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen eine oder zwei Wochen auf dem Platz zu verbringen. Der Ort ist mit dem Fahrrad gut zu erreichen und die Bademöglichkeiten sind einfach super.

Für uns aber ging’s am nächsten Tag weiter, das Ziel war die gegenüberliegende Seite des Golfes. Dazu wollten wir über die neue Brücke fahren. Die Fahrt ging immer in Küstennähe nach Andirio um dort auf die neue Brücke zu fahren. Die Überquerung koste 15.50€. Gut, ist teuer, die Fähren verlangen derzeit 7 € für die Überfahrt.

 

Es ist schon ein tolles Gefühl, doch leider nach 5 Minuten war wieder alles vorbei. Anschließend ging’s nach Patras zum Einkaufen. Nachdem wir unsere Vorräte ergänzt hatten fuhren wir Richtung Korinth weiter. Die Campingplatz Suche stellte sich etwas schwierig dar. Ich verlies die Schnellstraße bei Egio, die Frage an der nächsten Abzweigung links oder rechts löste ich mangels fehlender Ortskenntnisse, der Laptop mit dem genauen Kartenmaterial war gut verstaut, falsch und bog nach rechts ab. Als wir nach etlichen Kilometern keinen CP fanden, es gibt dort auch keine, befanden wir wieder auf der Schnellstraße. Da aber von dort aus mit Sicherheit keine CP`s zu finden sind verliesen wir die Piste wieder und fuhren auf der Küstenstraße Richtung Korinth. In der Nähe von Aigira fanden wir einen Campingplatz, er war sauber aber irgendwie nicht nach meinen Geschmack, warum kann ich nicht sagen, wahrscheinlich waren wir aber auch schon zu lange an diesem Tag unterwegs.

So fuhren wir noch 1 Stunde länger und landeten wieder mal auf dem Blue Delphin bei Korinth. Das war aber dann auch genug Wegstrecke an diesem Tag! Wir hatten den Golf fast einmal umrundet.

 

Nach ein paar Tagen zog es uns dann doch weiter. Eine kurze Stipvisitte am Isthmus, dann aber gleich weiter nach Nemea. Dort wollte ich mir das Stadion anschauen. In den begleitenden Berichten zur Olympia hatte ich gehört, dass in Nemea der komplette Athleten-Tunnel zum Stadion noch erhalten ist, diesen wollten wir uns anschauen. Das Stadion dient auch heute noch sportlichen Anlässen.

 

Leider fanden wir in Nemea keinen Laden wo wir offenen Wein kaufen konnten, so deckte ich meinen Bedarf bei Händlern am Straßenrand als wir Richtung Nauplia weiter fuhren. Unser nächstes Ziel war, wie bis jetzt jedes Jahr, der Camping Nicola I in Pale Pepidavros.

Dort verbrachten wir gut eine Woche bis wir weiter fahren wollten. Unser Ziel war die Kapelle der hl. Theodora. Ich hatte im Griechenlandforum viel über die Sage und die Kapelle gelesen und wollte es nun auch mit eigenen Augen sehen.

Der Reisetag begann in Nauplia mit extrem starken Regen, es goß wie aus Eimern. War aber an sich kein Problem, da wir eigentlich außer zum Einkaufen uns nicht aus dem WoMo bewegen wollten. Von Nauplia aus fuhren wir weiter nach Argos, dort verpasste ich zum Einen die Umfahrung der Stadt und dann zu allem Überfluss auch noch die richtige Abbiegung in der Innenstadt, so dass wir und die kleinen Gassen direkt von der Nähe aus ansehen konnten. Es sollte eine gute Übung sein für das was uns dann am Nachmittag in Issaris erwartete. Von Argos aus ging’s über die Autobahn bis kurz vor Megapopoli, dann weiter auf der E65 Richtung Kalamata. Die genaue Strecke konnte ich Dank meiner Navi Software, auf dem Laptop, gut finden. Über Tripotamo und Horemis geht eine zum Teil sehr gut ausgebaute Straße Richtung Issaris. Bevor wir den Ort in den Bergen erreichten ließ ich einen Pickup überholen. Irgendwo war dann eine größere Baustelle, die Straße war anscheinend abgerutscht, aber wir kamen ganz gut voran immer den Berg hoch.

Am Ortsschild von Issaris verengte sich die Straße wie in fast allen Orten in Griechenland. Im Zentrum stand ich dann wieder hinter dem Pickup. Der Fahrer war gerade dabei die Ladefläche abzuladen, was uns dann doch etwas aufhielt. Ein entgegenkommendes Taxi kam gerade an unseren WoMo vorbei, es wäre für keine Hand mehr zwischen den Häusern und Fahrzeugen Platz gewesen. In diesem Moment wäre ich um einen Kastenwagen froh gewesen. Nach dem Ort ist die Straße wieder super ausgebaut mit einer absolut neuen Teerdecke. Nach weiteren 3 Km zweigt die Straße links ab, der Wegweiser sagte uns noch 6 km bis zur Kapelle. Zwischenzeitlich war aus dem Starkregen ein leichter Dauerregen geworden. Zum Glück war kein Nebel aufgezogen, wie bei uns in den Bergen bei so einem Wetter üblich.

Die Straße, die Teerdecke war soweit ok, zog sich nun über 6 km in die Tiefe, Serpentine um Serpentine, ein Glück, dass uns kein Omnibus entgegen kam nur 2 oder 3 PKW´s. Das schlechte Wetter war wohl der Grund dafür.

Die Fahrt hatte sich schon gelohnt, der Ort ist schon eine sonderbare Erscheinung.

 

Eigentlich wollten wir am Parkplatz übernachten, wegen des schlechten Wetters habe ich dann die Weiterfahrt nach der Besichtigung der Kapelle vorgezogen. Auch fuhren wir nicht, wie bei Schulz beschrieben, über Dasohori weiter, dieser Weg ist laut Auskunft einer Verkäuferin, an einem der Oststände, nur eine Sandpiste, sonder wieder zurück über Issaris, was ich eigentlich wegen der engen Ortsdurchfahrt vermeiden wollte. Aber auch diesmal hatten wir Glück es kam uns kein einziges Fahrzeug, bis zu E65, entgegen. Von der Stecke und den Ortsdurchfahrten gibt es leider keine Fotos, meine Navigatorin streikte, war froh, wie das WoMo wieder heil auf der breiten Schnellstraße war.

Am Abend, es war alles in allem doch ein interessanter Tag geworden waren wir auf dem Camping Tholo Beacht. Wie ich schon in meinen vorangegangen Berichten bemerkt, zum übernachten ok. Am Tag darauf fuhren wir weiter Richtung Norden.

Bei den Schwefelquellen von Loutra Kiafas machten wir kurz Halt um Honig zu kaufen, auch probierte ich das Wasser, geschadet hat es nicht. Gegen Mittag waren wir wieder auf dem Camping Paradise bei Amaliada. Dort verbrachten wir die restlichen Tage bis unsere Fähre von Patras aus uns wieder zurück brachte.

Da wir frühzeitig in Patras sein sollten, zum Umbuchen der Fähre, wir hatten hin und zurück Igoumenitsa gebucht, hatten wir noch einen absolut schönen Badetag am Kiesstrand bei Patras. Baden, faul in der Sonne liegen, hat auch was.

Die Rückfahrt begann mit ständigen dem Schiff hinter her fahren. Ursprünglich hieß es Gate 2, dann war es plötzlich Gate 7 nachdem uns der Lademeister schon an Gate 2 aufgestellt hatte. Diese Sache ist eigentlich kein Problem, wenn man nicht das Essen auf dem Herd hat. Nach 3 Wochen Griechenland ist auch so eine Aufregung nur noch eine willkommene Abwechslung, nichts kann einen mehr aufregen, oder doch, dann muss ich einfach länger dort bleiben.